Die Feste

Kultur

Statt eines Weihnachtsbaumes war es auf Sylt üblich, den so genannten Jöölboom in der Weihnachtszeit aufzustellen. Es handelte sich dabei um ein kleineres Holzgestell, an den ein Kranz aus immergrünen Zweigen gebunden wurde. Je nach Geschmack und Tradition wurden weitere Naturprodukte als Dekorationsgaben hinzugefügt. Mittlerweile hat sich durchgesetzt, dass an diesem Gestell vier Kerzen befestigt werden, welche ähnlich einem Adventskranz vor Weihnachten entzündet werden.


Biike-Brennen

In der Nacht des 21. Februar eines jeden Jahres werden in vielen Inselorten große Feuer angezündet. Die Geschichte dieser Feuer geht in die vorchristliche Zeit zurück und kann etwa als Vertreibung der Wintergeister gedeutet werden; es gibt auch Quellen, die vermuten lassen, dass diese Feuer zu Ehren nordischer Gottheiten entzündet wurden. Später dienten sie der Verabschiedung der Grönlandfahrer. Das waren jene Sylter, die als Kapitäne oder Besatzung der Walfänger im Frühjahr ins Nordmeer zogen. Wieder belebt hat diesen Brauch der Sylter Chronist C-P Hansen gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Seitdem werden wieder Biiken aufgeschichtet und am Vorabend des Petritages entzündet.


Die "weißen Nächte"

Was für die Skandinavier die Mitternachtssonne, sind für die Sylter die "weißen Nächte". Sie entstehen in den Wochen um die Sommersonnenwende dadurch, dass die Sonne nach Sonnenuntergang nur knapp hinter dem Horizont verschwindet und so über den nördlichen Horizont der Insel einen Silberstreif zieht. Es ist in diesen Nächten merklich heller - ähnlich einer permanenten Dämmerung. Die Tage um die "weißen Nächte" dauern von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang über 17 Stunden, dazu kommen noch je ca 1 Stunde Abend und Morgendämmerung. Somit dauern die "weißen Nächte" etwa nur 5 Stunden, bis die echte Morgendämmerung wieder eintritt.


Maskenlauf

Das Maskenlaufen, eine Sylter Art des in Nordfriesland verbreiteten "Rummelpottlaufens". Dieser Brauch wird vor allem in der Sylt-Oster Dörfern noch gepflegt. Zu Silvester ziehen kleinere Gruppen von Erwachsenen und Kindern, mit Masken verkleidet, von Haus zu Haus. Die so verkleideten "Omtaakelten" tragen Lieder und Gedichte in friesischer Sprache vor, oft geht es darin um lokale Ereignisse des vergangenen Jahres. So mancher Bewohner bekommt von den bis zur Unkenntlichkeit Verkleideten schon ganz schön sein Fett weg! Dass bei diesen Umzügen auch ein wenig dem Nationalgetränk der Sylter - dem Rum - (mit heißem Wasser verdünnt oder pur) zugesprochen wird, muss nicht erwähnt werden. Somit enden diese Umzüge erst weit nach Mitternacht, indem sich die Umherziehenden noch auf einige Gläser treffen.... Das klassische "Raketenschießen" und Böllern ist auf der ganzen Insel untersagt - der Grund ist die hohe Brandgefahr aufgrund der vielen reetgedeckten Häuser und des trockenen Dünengrases. Dies hindert jedoch einige Touristen - vor allem in Westerland - nicht daran, es trotzdem zu versuchen.


Sölring

Die einheimische Sprache der Insel Sylt ist Friesisch. Die Sylter Mundart wird Sölring genannt. Mit den Mundarten von Föhr, Amrum und Helgoland bildet sie die inselnordfriesische Dialektgruppe, die sich deutlich vom Festlandnordfriesischen abtrennt. Sölring unterscheidet sich von den anderen Inselmundarten durch die größere Anzahl von dänischen Lehnwörtern. Die üblichen nordfriesischen Rechtschreibregeln werden nicht für die Sylter Mundart verwendet. Einige hundert Menschen sprechen heute noch das Sylter Friesisch. In der Nähe von Westerland wird in vielen Familien Plattdeutsch gesprochen. Der Norden und Süden sind fast rein hochdeutschsprachig.